Europäische Glücksspielregulierer geben gemeinsame Erklärung zu Prognosemärkten ab

Die GGL schließt sich europäischem Konsens an
Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder hat sich im Juni 2026 einer gemeinsamen Erklärung angeschlossen, die von Regulierungsbehörden aus Belgien, Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Polen, Portugal, Spanien und der Schweiz unterzeichnet wurde, während diese Behörden regulatorische Herausforderungen bei neuen Glücksspielprodukten beleuchten und dabei besonders Prognosemärkte in den Fokus rücken, die Nutzern Spekulationen auf zukünftige Ereignisse ermöglichen und oft in unklaren oder sich entwickelnden rechtlichen Rahmenbedingungen operieren.
Die Erklärung entstand als direkte Reaktion auf die zunehmende Verbreitung solcher Märkte, die in mehreren europäischen Ländern nicht eindeutig dem klassischen Glücksspiel zugeordnet werden können, sodass Behörden nun verstärkt auf harmonisierte Ansätze setzen, um Lücken in der Aufsicht zu schließen und Verbraucherschutzstandards zu wahren.
Regulatorische Unsicherheiten bei Prognosemärkten
Prognosemärkte erlauben es Nutzern, auf Ausgänge von Ereignissen wie Wahlergebnissen, Sportwettkämpfen oder wirtschaftlichen Entwicklungen zu wetten, wobei diese Produkte häufig als Informationsmärkte oder Finanzinstrumente positioniert werden und dadurch bestehende Glücksspielgesetze umgehen können, was in Ländern wie Deutschland zu Diskussionen über die Zuständigkeit der GGL geführt hat.
Die beteiligten Behörden weisen darauf hin, dass solche Plattformen oft grenzüberschreitend agieren und Nutzer aus regulierten Märkten anziehen, ohne den lokalen Lizenzanforderungen zu unterliegen, sodass eine koordinierte Vorgehensweise notwendig wird, um einheitliche Bewertungskriterien zu etablieren und illegale Angebote effektiver einzudämmen.
Inhalt und Ziele der gemeinsamen Stellungnahme
In der Erklärung fordern die Unterzeichner eine klare rechtliche Einordnung von Prognosemärkten als Glücksspielformen, die einer Lizenzpflicht unterliegen sollten, und sie betonen die Notwendigkeit, Risiken wie Suchtpotenzial, Geldwäsche und Minderjährigenschutz in den regulatorischen Rahmen einzubeziehen, während sie auf bestehende Gesetze in ihren jeweiligen Jurisdiktionen verweisen.
Die GGL hat diese Position in ihrer offiziellen Mitteilung auf der Website der Behörde dokumentiert und dabei auf die Presse | GGL – Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (AöR) verwiesen, um die Zusammenarbeit mit europäischen Partnern zu unterstreichen und den Austausch über technische sowie rechtliche Herausforderungen zu fördern.

Beobachter haben festgestellt, dass die Erklärung auch Daten zu Nutzerzahlen und Marktvolumina einbezieht, die zeigen, wie Prognosemärkte in den vergangenen Jahren signifikant gewachsen sind, und die Behörden planen nun gemeinsame Leitlinien zu entwickeln, die bis Ende 2026 vorliegen sollen, um nationale Gesetzgebungen aufeinander abzustimmen.
Auswirkungen auf den deutschen Markt
In Deutschland fällt die Überwachung solcher Produkte in den Zuständigkeitsbereich der GGL, die bereits mit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 über Instrumente wie das LUGAS-System verfügt, um Limits und Ausschlüsse länderübergreifend zu kontrollieren, und die neue Erklärung könnte zu erweiterten Prüfverfahren für Plattformen führen, die Prognosemärkte anbieten.
Experten aus den beteiligten Ländern haben in der Stellungnahme betont, dass eine einheitliche Definition notwendig ist, damit Anbieter nicht durch unterschiedliche Interpretationen in verschiedenen Staaten Vorteile erlangen, und sie verweisen auf Fälle, in denen Märkte ohne Lizenz operierten und dadurch Verbraucher ungeschützt blieben.
Zukünftige Schritte und Kooperation
Die Behörden haben angekündigt, in den kommenden Monaten weitere Treffen abzuhalten, um technische Standards für die Identifikation von Prognosemärkten zu erarbeiten und gegebenenfalls gemeinsame Durchsetzungsmaßnahmen zu koordinieren, wobei die GGL ihre Rolle als zentrale Anlaufstelle für deutsche Bundesländer hervorhebt.
Statistiken aus den beteiligten Ländern zeigen, dass der Anteil unregulierter Angebote im Bereich der Ereigniswetten in den letzten Jahren gestiegen ist, was die Dringlichkeit der gemeinsamen Erklärung unterstreicht und zu einer verstärkten Überwachung digitaler Plattformen führen dürfte.
Fazit
Die gemeinsame Erklärung markiert einen wichtigen Schritt in der europäischen Zusammenarbeit bei der Regulierung neuer Glücksspielformen, und die Beteiligung der GGL signalisiert, dass Deutschland aktiv an der Schließung regulatorischer Lücken mitwirkt, während die betroffenen Behörden weiterhin Daten sammeln und rechtliche Anpassungen prüfen, um den Markt nachhaltig zu gestalten.